MEMELAND - Eine Zeitreise durch 2000 Jahre europäische Umweltgeschichte
Wie hat sich Europas Umwelt über die letzten 2000 Jahre verändert - und welchen Einfluss hatten Klima und Mensch? Das Forschungsprojekt MEMELAND, koordiniert von Universitätsprofessor Andreas Lang vom Fachbereich Umwelt und Biodiversität, geht diesen Fragen mit modernsten molekularbiologischen Methoden auf den Grund. Mit DNA-Analysen aus Böden und Sedimenten rekonstruiert das ERC Synergy Projekt 2000 Jahre Biodiversität in Europa. Durch präzise Altersdatierungen und paläoökologische Analysen soll ein entscheidender Beitrag geleistet werden, um Klimawandel- und Menscheneinflüsse auf die Umwelt besser zu verstehen.
Das ERC Synergy Projekt MEMELAND stellt ein bedeutendes interdisziplinäres Forschungsprojekt dar, das mithilfe modernster molekularer Techniken die Umweltgeschichte Europas detailliert rekonstruiert. Kern des Projekts ist die Extraktion und Analyse von DNA aus Böden und Sedimenten, um vergangene Arten von Flora und Fauna zu identifizieren und deren Entwicklung über die letzten 2000 Jahre hinweg nachzuvollziehen.
Die DNA-Analyse, kombiniert mit anderen paläoökologischen Verfahren und präzisen Altersdatierungen, die an der Universität Salzburg durchgeführt werden, eröffnet eine genaue Rekonstruktion der Biodiversität und ihrer Veränderung durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten. So wird nachvollziehbar, wie sich Lebensgemeinschaften durch Temperaturveränderungen, Landnutzungswandel und andere anthropogene Faktoren verändert haben. "MEMELAND ermöglicht uns erstmals, die Vergangenheit der europäischen Umwelt im Detail zu rekonstruieren und zu verstehen, wie natürliche und menschliche Einflüsse Biodiversität über Jahrtausende hinweg geformt haben," erklärt Andreas Lang. "Diese Erkenntnisse sind nicht nur für die Wissenschaft von großem Interesse, sondern auch von entscheidender Bedeutung, um fundierte Maßnahmen für Klimawandelanpassung und Renaturierung zu entwickeln."
Die Ergebnisse von MEMELAND werden eine verlässliche Basis für die Rekonstruktion kultureller Einflüsse auf die Umwelt liefern. Gleichzeitig hilft das Projekt, die Anpassungsmechanismen von Pflanzen und Tieren an frühere Klimawandelereignisse zu entschlüsseln. Die gewonnenen Erkenntnisse tragen dazu bei, präzisere Vorhersagen für künftige ökologische Entwicklungen zu treffen und liefern wichtige Daten für wissenschaftlich fundierte Renaturierungsmaßnahmen.
Technische Unterstützung bei der Extraktion von Bohrkernen aus europäischen Gewässern bietet eine Bohrplattform mit zwei Aluminium-Schwimmkörpern und einem vierbeinigen Mast. Dieses katamaranähnliche Gefährt wurde an der Universität Salzburg entwickelt. Bauherr ist Thomas Radauer von der Universität Salzburg. Unterstützung erhielt das Projekt vom Radiologischen Messlabor des Landes Salzburg (RMLS) sowie von der hauseigenen Werkstatt der Natur- und Lebenswissenschaftlichen Fakultät.
Am 26. August wurde das Boot am Teich der Natur- und Lebenswissenschaftlichen Fakultät feierlich zu Wasser gelassen. Als Taufpatin fungierte Dekanin Eva Jonas.
KONTAKT: Univ.-Prof. Dr. Lang Andreas E-Mail: andreas.lang@plus.ac.at FB Umwelt und Biodiversität Hellbrunner Straße 34/III 5020 Salzburg Tel.: +43 662 8044 5245