Wiener Studie: Traumabewältigung hilft geflüchteten Kindern
Traumabewältigungstechniken verbessern deutlich die Symptome von Kindern und Jugendlichen mit Kriegs- und Fluchterfahrung. Das geht aus einer Studie hervor, die vom Wiener Verein AFYA präsentiert wurde. Der Verein verwendet die Methode "Teaching Recovery Techniques" (TRT), um den Betroffenen zu helfen, Belastungssymptome wie Alpträume, Ängstlichkeit oder Konzentrationsstörungen besser zu kontrollieren.
Die Ergebnisse aus zwölf internationalen Studien zur TRT-Methode sowie die Auswertung der Daten von AFYA in Wien seien überraschend eindeutig gewesen, berichtete Haupt-Studienautorin Claudia Wild vom Austrian Institute of Health Technology Assessment (AIHTA). "Die Evidenz ist da, und sie ist erstaunlich gut und stark."
"Die mentale Gesundheit ist eine wesentliche Voraussetzung für Lernen und Arbeit", betonte AFYA-Geschäftsführerin Anna Haller vor Medienvertretern. Wenn Kinder durch Traumata belastet seien, könnten sie nicht lernen - auch keine neue Sprache - könnten sich nicht konzentrieren, seien aufgrund von Schlafmangel ständig müde. Wie die Traumatherapeutin und Kinderärztin Petra Krenn-Maritz weiter ausführte, geht es bei TRT nicht um eine individuelle Therapie. Vielmehr sollten Techniken erlernt werden, "damit Ruhe im Kopf herrschen kann". Für viele Betroffene sei das Programm ausreichend, sagte sie; es helfe aber auch dabei, jene Personen zu identifizieren, die tatsächlich in weiterer Folge eine Psychotherapie bräuchten.
Service: Link zur AIHTA-Studie: https://go.apa.at/4jBnT9rl